Hannover Messe

Integrations-Brücke – Die Weltmesse als öffentlicher Lernraum für alle

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Seit 1970 wurde die Hannover Messe – Deutschlands größte Industriemesse – zum Schauplatz eines einzigartigen Experiments: Menschen mit und ohne Behinderungserfahrung begegneten sich auf dem Messegelände. Die „Integrations-Brücke" machte aus einem Hochleistungs- und Technikraum einen Ort des gemeinsamen Lernens.

Modellprojekt 1 – VHS Hannover

Projektdaten

  • Offizielles Modellprojekt (MP 1)
  • Start: 1970, Volkshochschule Hannover
  • Gesellschaftliche Umsetzung des KomplementärModells KrisenManagement
  • Ziel: Abbau von „Kopf-Barrieren" in der Gesamtgesellschaft

Die Idee war revolutionär: Die Messe als Hochleistungs-, Wirtschafts- und Technikraum war nicht inklusiv gedacht. Doch genau dort – im Zentrum gesellschaftlicher Normalität – sollte Begegnung stattfinden. Nicht in geschützten Sonderräumen, sondern mitten im Leben.

Der gesellschaftliche KomplementärSpiralweg

Krise

Exklusion und Unsichtbarkeit

  • Menschen mit Krisen- und Behinderungserfahrung aus dem öffentlichen Raum ausgegrenzt
  • Gesellschaftliche Trennung: „Betroffene" vs. „Nicht-Betroffene"
  • Bildungsabstinenz und Kontaktvermeidung
  • Unsichtbarkeit von Behinderung und Krise

Aggression

Durchbruch ins Öffentliche

  • Betroffene Eltern und VHS-Teilnehmende werden Initiatoren
  • Aneignung eines öffentlichen Großraums (Weltmesse!)
  • Rollenspiele, Konfrontationen, öffentliche Irritation
  • „Öffentliches Messe-Sozialtraining"

Aggression = Grenzüberschreitung in den öffentlichen Raum

Wandlung

Lernen durch Interaktion

Die Messe wird zum Lernfeld für alle:

  • Lernprozesse werden dokumentiert (Text, Ton, Bild)
  • Begegnung von Bürgern, internationalen Messebesuchern, Betroffenen und Nicht-Betroffenen
  • Verbindung von Bildung, Forschung und gesellschaftlicher Praxis

Vom Zuschauen zum Mitlernen. Vom Objekt der Fürsorge zum Subjekt gesellschaftlicher Gestaltung.

Sinn / Partizipation

Gesellschaft als Lernende

  • Partizipation als höchste Stufe
  • Betroffene werden Mitgestalter gesellschaftlicher Prozesse
  • Inklusion nicht als Maßnahme, sondern als gemeinsames Lernen

Die Messe als Integrations-Brücke und Symbol für eine lernende Gesellschaft.

Die Integrations-Brücke

Die Hannover Messe wurde zur Integrations-Brücke – einem Symbol für eine lernende Gesellschaft. Hier zeigt sich das Zielstadium des KomplementärModells:

Inklusion nicht als Maßnahme, sondern als gemeinsames Lernen.

Das Besondere: Die Messe als Ort der Wirtschaft und Technik wurde zum Lernfeld für alle. Nicht in abgetrennten Sonderbereichen, sondern mitten im Getümmel internationaler Messebesucher fanden die Begegnungen statt. Über 20.000 Besucher erlebten diese Form der gelebten Inklusion.

Weitere gesellschaftliche Beispiele

Entdecken Sie, wie das KomplementärModell in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wirkt.

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