Schuchardt Generationenband

Drei Generationen im Dienst der Integration und Inklusion

Prof. Dr. phil. habil. Erika Schuchardt

Prof. Dr. phil. habil. Erika Schuchardt

Wissenschaftlerin, Autorin, Bundestagsabgeordnete a.D.

Begründerin des Komplementär-Modells und Pionierin der biographischen Krisenforschung. Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Ihre wissenschaftlichen Werke zur Krisenverarbeitung sind international anerkannt und in 10 Sprachen übersetzt.

Hermann Schuchard – „Hessens Bodelschwingh"

Dr. Hermann Schuchard (1868–1923) gründete 1894 Hephata bei Treysa – aus heutiger Sicht ein Vorreiter der Inklusion. Er befreite schon damals die noch verborgen und in Viehställen versteckt gehaltenen „missratenen" Kinder und öffnete ihnen in «Hephata!» – das heißt »Öffne dich!« – ein erstes Zuhause.

Hermann Schuchard durchbrach alle Grenzen: Statt der üblichen Terminologie »Idiot, Anormaler, Tiefstehender« sprach er schon damals »von Söhnen und Töchtern unseres Hessen Landes«. Er gab jedem Hephataner individuell angemessene Lern-Möglichkeiten: zu musizieren – jedem sein Instrument –, erfand den Handglockenchor, die Trommler- und Pfeiffer-Garde, ebenso wie die Schubkarren-Garde.

Hermann Schuchard gelang es, Kaiser Wilhelm II. herauszufordern, ihm nach zehn Jahren Wartezeit die wohl erste Inklusions-Kirche zu bauen. Sein Leitspruch »Ora et labora & celebrate« – Beten, Arbeiten und Feiern – prägt bis heute das Erbe von Hephata als Menschenrechtsbotschaft in Stein.

Erika Schuchardt – Wissenschaft und Politik

Prof. Dr. phil. habil. Erika Schuchardt ist Sozialwissenschaftlerin, Bildungsforscherin und langjährige Bundestagsabgeordnete. In ihrer Arbeit verbindet sie wissenschaftliche Analyse, politische Praxis und gesellschaftliches Engagement mit einem klaren Fokus auf den Umgang mit individuellen und kollektiven Krisen. Ziel ist es, Krisen als Chancen für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung zu erkennen.

Als Professorin für Bildungsforschung und Erwachsenenbildung an der Leibniz Universität Hannover entwickelte sie ein interdisziplinäres Modell zur Bewältigung von Lebenskrisen, das auf der systematischen Auswertung von mehreren tausend Auto- und Biografien aus unterschiedlichen Jahrhunderten basiert. Ihre Forschung wurde in zahlreichen öffentlich geförderten Modellprojekten angewendet und evaluiert.

Von 1994 bis 2002 war Erika Schuchardt Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort setzte sie sich insbesondere für Bildungs-, Sozial- und Teilhabefragen ein und suchte bewusst den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Ihr publizistisches Werk wurde international rezipiert und in mehrere Sprachen übersetzt.

Als Bundestagsabgeordnete initiierte sie zahlreiche Integrations-Gipfel und brachte jährlich 1.000 Bürger zu „Schuchardts Culture Parade" in den Bundestag – jeweils 500 von Krisen schon und 500 noch nicht betroffene Menschen, gemeinsam auf dem Weg zur KomplementärKompetenz.

Podcast: Erika Schuchardt: Forscherin – Kulturpolitikerin – Brückenbauerin

Im Dienst der Diakonie

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Stimmen und Würdigungen

Das Wirken der Familie Schuchard/t wurde über Generationen hinweg von vielen Persönlichkeiten gewürdigt:

  • 2018: „Die Wegweiserin zur Theologie der Aggression, die Autorin, die der Klage vor Gott und vielleicht auch gegen Gott Raum gibt... für mich eine große, neue, herausfordernde Aufgabe!" – Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bischof, Ratsvorsitzender der EKD
  • 2013: „Die Parlamentarierin, die L. v. Beethoven ‚Wahre Kunst ist eigensinnig' bestätigt... Dein Leben, Dein vielgelobtes Beethovenbuch, im Rückblick ein solches Kunstwerk... Dank für Deine Verdienste, die Du für unser Land erworben hast." – Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages
  • 2002: „Ich kenne keinen Bundestags-Abgeordneten, der in ähnlich engagierter Weise möglichst vielen Menschen, vor allem Jugendlichen und Behinderten, eine politische Bildungsreise nach Berlin ermöglichte." – H.J. Schulze, Leiter Besucherdienst, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
  • 1996: „Weltweit anerkannte Anwältin für benachteiligte Menschen! Die Mutter Theresa von Tschernobyl, von 450.000 ‚Kleinen Botschaftern'." – Die Botschafter der GUS-Staaten
  • 1975: „Initiatorin der 1. Messe-Integrations-Brücke – Der stärkste Messe-Magnet für 10.000e von Besuchern." – Hannoversche Allgemeine Zeitung

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