BMBW-Ausstellung

„Schritte aufeinander zu" – Wechselseitiges Lernen als neuer Bildungsbegriff

🎓

Die Ausstellung „Schritte aufeinander zu" wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBW) entwickelt. Sie zeigt exemplarisch, wie individuelle Krisenmodelle kollektiv wirksam werden – und wie Bildung zum Motor gesellschaftlicher Wandlung wird.

1. Krise – Gesellschaftliche Spaltung und soziale Isolation

Die BMBW-Ausstellung und das begleitende Weiterbildungskolloquium setzen bei einer grundlegenden gesellschaftlichen Krise an:

  • Trennung von behinderten und nichtbehinderten Menschen
  • Institutionelle Sonderwelten (Sondereinrichtungen)
  • Soziale Isolation statt Begegnung
  • Integration als Schlagwort, nicht als gelebte Praxis

Behinderung wird gesellschaftlich verwaltet, delegiert, pädagogisch separiert.

Nicht das Defizit einzelner Menschen steht im Zentrum, sondern das Defizit an Beziehung, Begegnung und gemeinsamem Lernen.

Der Paradigmenwechsel: Wechselseitiges Lernen

Im Zentrum des Projekts steht ein fundamentaler Paradigmenwechsel:

Von:

  • Belehrung
  • Betreuung
  • Fürsorge

Zu:

  • Beziehung
  • Dialog
  • Gegenseitigem Lernen

„Wechselseitiges Lernen" bedeutet: Behinderte und Nichtbehinderte lernen miteinander. Beide Seiten verändern sich. Kompetenz entsteht zwischen Menschen, nicht einseitig.

Der gesellschaftliche KomplementärSpiralweg

Krise

Gesellschaftliche Spaltung

  • Trennung von behinderten und nichtbehinderten Menschen
  • Institutionelle Sonderwelten
  • Soziale Isolation statt Begegnung

Aggression

Konfrontation und Zumutung

  • Öffentliche Ausstellung statt geschützter Fachräume
  • Konfrontation mit realen Biografien
  • Sichtbarmachung von Ausgrenzung
  • „Stolpersteine zum Umdenken"

Die Ausstellung zwingt zur Stellungnahme – Wegsehen ist nicht mehr möglich.

Wandlung

Wechselseitiges Lernen

  • Behinderte und Nichtbehinderte lernen miteinander
  • Beide Seiten verändern sich
  • Vom Objekt pädagogischer Maßnahmen zum Subjekt gemeinsamer Bildungsprozesse

Die Ausstellung wird zu Lernraum, Erfahrungsraum und Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse.

Sinn / Partizipation

Gesellschaft als lernendes System

  • Anerkennung von Verschiedenheit
  • Verantwortung füreinander
  • Gemeinsame Gestaltung von Bildung und Gesellschaft
  • Integration als Normalfall gesellschaftlichen Zusammenlebens

Das Modell verlässt die Person – und wird Gesellschaft

Die BMBW-Ausstellung ist ein gesellschaftliches Pendant zu den biografischen Beispielen. Sie zeigt:

  • Wie individuelle Krisenmodelle kollektiv wirksam werden
  • Wie Bildung zum Motor gesellschaftlicher Wandlung wird

Sie verbindet Wissenschaft, Praxis, Politik und Öffentlichkeit – und macht damit sichtbar, was das KomplementärModell auf gesellschaftlicher Ebene bedeutet.

Das Modell verlässt hier die Person – und wird Gesellschaft.

Weiterführende Materialien

🎥 Video 1

BMBW-Ausstellung – Dokumentation

Video ansehen →

🎥 Video 2

Schritte aufeinander zu – Impressionen

Video ansehen →

Weitere gesellschaftliche Beispiele

Entdecken Sie, wie das KomplementärModell in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wirkt.

← Zurück zur Übersicht